Architektur

Ein Manifest der Funktionalität und architektonischen Innovation in Forlì: das Sidera-Projekt von tissellistudioarchitetti

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Ein Manifest der Funktionalität und architektonischen Innovation in Forlì: das Sidera-Projekt von tissellistudioarchitetti Es hat sich geändert: 2024-06-22 di Benedetto Fiori

Das vom Studio tissellistudioarchitetti entworfene Sidera-Projekt, Sitz der CIA Conad, befindet sich am Rande der Stadt Forlì, in einem Produktionsgebiet ohne definierte Architektursprache.

In der Nähe der Autobahnmautstelle und unweit des historischen Zentrums gelegen, zeichnet sich der Standort durch eine von eintönigen Fertiglagerhallen dominierte Landschaft aus. Dieser scheinbar anonyme und ahnungslose Kontext stellte sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die Architekten dar, die auf ein starres und detailliertes Funktionsprogramm der Bauherrengenossenschaft reagieren mussten.

Ein funktionales Projekt

Der Sidera wurde entwickelt, um maximale Flexibilität bei der Konfiguration der Büros zu gewährleisten, die offene Raumaufteilung zu vermeiden und exklusive Arbeitsräume für ein oder zwei Personen zu gewährleisten. Jede Unternehmensabteilung ist auf einer Ebene verteilt und das Gebäude umfasst einen Besprechungsraum mit 200 Sitzplätzen und eine Kantine, die in Büroräume umgewandelt werden kann. Diese funktionalen Anforderungen leiteten das Design und bevorzugten Praktikabilität und Effizienz gegenüber formaler Forschung. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das die wissenschaftliche Strenge des Kundenunternehmens widerspiegelt und ein Beispiel dafür ist, wie Rationalität zu einem Gestaltungselement werden kann.

Das Äußere: eine sich verändernde Hülle, die mit dem Licht kommuniziert

Das Gebäude erstreckt sich horizontal über 100 Meter, ist 33 Meter hoch und ragt auf einem 3 Meter hohen Sockel aus dem Boden. Nur drei Materialien prägen die äußere Oberfläche: Aluminium, schwarz pigmentierter Beton und Glas. Aluminium, der unbestrittene Protagonist, reflektiert das natürliche Licht und nimmt im Laufe des Tages und je nach Wetterbedingungen wechselnde Farbtöne an. Die in einem engen Rhythmus angeordneten vertikalen Sonnenschutzlamellen erzeugen ein Spiel aus Volumen und Hohlräumen und verleihen dem Gebäude ein sich ständig veränderndes und sich ständig veränderndes Erscheinungsbild.

Auch das Dach spielt eine grundlegende Rolle, nicht nur als Unterschlupf, sondern als echte fünfte Fassade. Die sechs geneigten Dachschrägen, die von drei großen Oberlichtern überragt werden, interagieren mit der Skyline des Apennins und verleihen dem Gebäude eine einzigartige und wiedererkennbare Identität.

Das Innere: Neuroarchitektur und Wohlbefinden

Die Innenräume von Sidera wurden unter Einbeziehung der Prinzipien der Neuroarchitektur entworfen, um den idealen Arbeitsraum zu schaffen. Natürliches Licht wird durch eine Glashaut gesteuert und verteilt, während die Lichtkörper dem 24-Stunden-Birkadian-Rhythmus folgen. Die Belüftung wird mit fortschrittlichen Technologien gesteuert, um saubere und gesunde Luft zu gewährleisten, und jeder Innenraum bietet Ausblicke auf das Grün draußen. Die sorgfältige Schalldämmung und die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Aluminium und Beton schaffen zusammen mit maßgeschneiderten Corian-Möbeln eine Arbeitsumgebung, die das psychophysische Wohlbefinden und damit die Produktivität fördert.

Ein soziales und gemeinschaftliches Projekt

Die großen Innentreppen und Galerien sollen die Geselligkeit und Interaktion zwischen den Mitarbeitern fördern. Begegnungsbereiche entlang der Vertriebswege fungieren als kleine Treffpunkte und fördern den Austausch von Ideen und den Aufbau positiver Beziehungen. Das Gebäude selbst wird zum lebendigen Organismus, der die Starrheit von Orthogonalität und banalen Symmetrien verleugnet und ein dynamisches und anregendes Raumerlebnis bietet.

Ein neues Paradigma für das Territorium

In einem Kontext ohne architektonische Identität präsentiert sich die Sidera als positiver Beitrag, als Entschädigung für ein Gebiet, das besser werden kann. Die Entscheidung, das Gebäude mit 300 Bäumen und 22.000 Pflanzen zu umgeben, ist ein starkes Signal für den Wunsch, die Umgebung zu verbessern. In dem Projekt gibt es keinen Formalismus oder Individualismus, sondern ein tiefes Verständnis für menschliche Bedürfnisse und gesellschaftliche Veränderungen.

tissellistudioarchitetti: ein kleines Studio mit einer großen Vision

Hinter der Kreation des Sidera steht tissellistudioarchitetti, ein Studio, das 1998 vom Architekten Filippo Tisselli gegründet wurde und 2001 von der Architektin Cinzia Mondello unterstützt wurde. Im Laufe der Jahre hat das Studio Projekte verschiedenster Art realisiert, vom Wohnungsbau bis zum Dienstleistungssektor, von der Innenarchitektur bis zum Design. Ihre Stärke liegt in der Fähigkeit, die Bedürfnisse des Territoriums zu interpretieren und sie mit einer ständigen Suche nach innovativen Sprachen, Technologien und Materialien zu verbinden. Die Sidera stellt den Höhepunkt dieser Reise dar, ein Werk, das zeigt, wie großartige Architektur selbst aus einem kleinen Studio entstehen kann, das von Leidenschaft und Hingabe beseelt ist.

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Projektinfo

Projektname: Sidera (CIA Conad-Hauptquartier)
Architekturbüro: tissellistudioarchitetti
Website: https://tissellistudio.com/
Standort: Forlì
Erbauer: CMB
Engineering: aei-Projekte – Gabriele Casadio
Akustisches Design: Andrea Farnetani

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